Für Querleser/Innen!
Voller Elan und ausgestattet mit vorzüglichen Informationen, einer Art "Eselsleiter" - von einem uns rund einen Monat voraus reisenden Schweizer Paar - über das Vorgehen und das uns erwartende "Verwirrspiel" im Hafen von Guayaquil/Ecuador, suchten wir den für uns zuständigen Spediteur auf. Dabei mussten wir uns unter fadenscheiniger Begründung sagen lassen, dass unser Container auf ein anderes Schiff umgebucht wurde, das erst zwei Tage später eintreffen werde und zudem in einem Nebenhafen, weit ab vom offiziellen Terminal, gelöscht werde. Super! War's um unsere Eselsleiter bereits heute geschehen? Wir nutzten die Zeit um uns auf die neuen Gegebenheiten einzustellen, machten uns ortskundig und zudem hatte die Stadt Guayaquil überraschend ein paar Ecken zu bieten, die uns das Warten nicht unerträglich machten.
Das Container-Terminal war weit ausserhalb zu finden – in einer ärmlichen Gegend die von Ortskundigen als eher unsicher geschildert wurde. Für uns hies dies viel längere Wege - vom Hafenagent zum Zoll, vom Platz der Containeröffnung zur Fakturierung, weiter zur Bank - usw. und so fort! Obwohl innerhalb nur eines Monats schon ein paar Dinge komplet anders liefen, haben uns die Informationen unserer Reisekollegen trotzdem einen sehr guten Dienst erwiesen - besten Dank Patricia und Thomas!. So wussten wir doch genau, welche Papiere und welche s/w-Kopien hier und welche Farb-Kopien da in welcher Stückzahl gefordert wurden und welche Formulare wir für nachgelagerte Stellen unbedingt erhalten müssen. In anderthalb Tagen hatten wir es (und waren) geschafft – wir rollten aus dem Hafengelände und fuhren in Richtung Hochland – nach Quito.
Die Umstellung an den südamerikanischen Fahrstil galt es schnell zu vollziehen. Was wir auf der Anfahrt nach Quito gesehen haben, schlägt die Eindrücke aus Zentralamerika bei weitem. Überholmanöver vor Kuppen und unübersichtlichen Kurven waren normal. Wir nahmen unsere Reisegeschwindigkeit nochmals zurück - trotzdem reichte es einem Hund vor uns nicht mehr - die andere Strassenseite zu erreichen. Perdon! Die Stadt Quito mit ihrer gigantischen Ausdehnung (im Talkessel, ca. 3-4 Km breit und ca. 47 Km lang) haben wir erstaunlich gut gemeistert. Die akute Luftverschmutzung / Dieselruss machte nicht nur uns zu schaffen, Polizisten und Strassenarbeiter tragen oft Atemschutz-Masken.
Nach einer intensiven Zeit in Panama und Guayaquil – Grossstädte und viele Behördengänge – waren wir echt reif für die Inseln! Die von uns gebuchte 8-tägige Kreuzfahrt (Schiff Angelito, für max. 16 Personen) durch die Inselwelt der Galapagos brachte eine willkommene Abwechslung. Unglaublich wie nahe einem die Tiere bei den Landgängen dulden und was für Spezies es da noch zu bestaunen gibt. Die Vogelwelt ist fantastisch – balzende Fregatevögel, Tölpel (blue-, red-footed- und masked-Boobies), Pelikane, Reiher, Falken, verschiedenste Arten von Finken, usw. – und alle in unglaublich grossen Populationen.
Heftige Niederschläge führten in Ecuador vor rund zwei Monaten zu Überschwemmungen, die Narben sind noch vielerorts sichtbar. Seit unserer Ankunft im Hochland mussten wir hören, dass auch der Monat Juni ungewöhnlich feucht sei. Dies konnten wir bald bestätigen, unsere Routenplanung wurde dadurch nicht eben erleichtert. Die Wolken hingen tief, täglich setzte Nieselregen ein und die schneebedeckten Vulkan-Gipfel zeigten sich oft nur kurz. Wir fuhren nördlich nach Otavalo um den traditionellen Samstag-Markt - einer der grössten Märkte in Südamerika überhaupt - zu besuchen. Die ganze Stadt ein einziger und quirrliger Marktflecken - die "Abteilung" Souveniers natürlich im Ausmass nicht zu übersehen. Wir besuchten den Tiermarkt und erkundigten uns nebenbei nach dem Preis für ein Lama (ohne zu handeln ... USD 100.-), schlenderten durch den Gemüse- und Fleischmarkt, entlang fetttriefender Töpfe aufgereihter Imbisbuden und erfreuten uns an der feilgebotenen Ware und all den kleinen Leuten in ihren Trachten - Filzhut auf schwarzem und zum Zopf geflochtenem Haar, farbiges Halstuch, Umhang, bunter Rock und Wollstrümpfe bei den Frauen und weisse Hosen bei den Männern.
Neblig und kalt war es in Papallacta, als wir uns in den heissen Becken der Thermalquelle am wohlsten fühlten. Die Fahrt zum Nationalpark des Vulkans Cotopaxi brachte uns schnell über 4'000 M.ü.M. Auf einer leichten Wanderung durch typische Páramo-Wiesen (der CH-Bergfrühling liess grüssen!) zeigte sich der verschneite/vergletscherte Vulkan für kurze Zeit von seiner besten Seite. Durch das tief eingeschnittene Baños-Tal verliessen wir die Anden in Richtung Oriente/Amazonas. Die Strassen durch den Dschungel wurden erst in den letzten Jahren ausgebaut. Noch heute sind viele Streckenabschnitte rauhe Schotterpisten oder Baustellen von langen Kilometern. So holperten wir an die 30 Km über Bachschotter mit "kindskopf-grossen" Steinen bevor uns eine schlammige Piste durch den Sangay-Nationalpark wieder in hohe Andenlagen zurückbrachte. Zurück auf der eigentlichen Panamericana stellten wir erfreut fest, dass im südlichen Teil des Landes kaum Verkehr auf dieser Strasse rollt. Als BeifahrerIn durfte man die grandiose Hügellandschaft geniessen, als FahrerIn war höchste Konzentration gefordert. Wir kamen nur langsam voran - der "Panam" über weite Strecken mit Schlaglöchern, so gross und tief wie Waschbecken, übersäht.
In Cuenca galt es für Esti einen leichten Anflug von Grippe auszukurieren. Vilcabamba war der ideale Ort um wieder vollends auf die Beine zu kommen. Leichte Wanderungen in lieblicher Umgebung genau das Richtige. Auf einer schier endlosen, kurvenreichen Berg- und Talfahrt verliesen wir Ecuador praktisch durch die Hintertür. Der Zollübergang Zumba/La Balsa nicht mehr als ein paar Hütten, der Schlagbaum etwas improvisiert - ein Bambusrohr!
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Für "Fährtensucher/Innen"
Guayaquil - Quevedo - Latacunga - Quito - Galapagos - Quito - Otavalo - Papallacta - P. N. Cotopaxi - Baños - Macas - P. N. Sangay - Guamote - Incapirca - Cuenca - Vilcabamba - Zumba - Grenze Ecuador/Peru ________________________________________________________________
Höhepunkte
- Galapagos-Inseln
- Cotopaxi-Nationalpark
- Fahrt über die "grüne Grenze"
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Die Mitte der Welt ...
ist nicht nur eine imaginäre Linie, sie ist viel mehr als das, sie ist ein tiefes Lebensgefühl!
Mittelpunkt der Erde - Quitsato
Beim Überqueren des Äquators durften wir an wunderschöner Stätte mehr den "Mittelpunkt der Erde" und das Projekt "Quitsato" erfahren.
Der Begriff Quitsato stammt aus der Sprache Tsafiqui des Volkes der Tsachilas, die im ecuadorianischen Küstentiefland wohnen. "Quitsa" bedeutet "Mitte" und "to" die "Welt".
Das Projekt beinhaltet unterschiedliche Aktivitäten; Forschung, Schutz des kulturellen Erbes, kulturelle Identität, Tourismus, Selbstverwaltung und liegt genau auf der Äquatorlinie in der Nähe von wichtigen archäoligischen Stätten.
Quitsato hat nicht nur die Absicht, die Existenz und die Funktion dieser Stätten mit Hilfe der modernsten Satellitentechnologie kennen zu lernen, sondern will auch die Ergebnisse dieser Untersuchungen durch Öffentlichkeitsarbeit bekannt machen um diese Stätten und das kulturelle Erbe zu schützen.
Auf dem nahen Gipfel "Monte Catequilla" befindet sich eine archäologische Fundstätte, die auf dem Breitengrad 0°0'0'' liegt, das heisst genau auf dem Äquator. Die Auswahl der Lage dieser Stätte war möglicherweise kein Zufall. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass die Stätte nicht nur auf dem Äquator liegt, sondern auch das mögliche Zentrum einer sehr komplexen territorialen Ordnung sein könnte.
Warum aber "Mittelpunkt der Erde"? Bedingt durch die Anden-Höhenlage ist der nahe Berg Catequilla weltweit der einzige Punkt auf dem Äquator, von dem aus die Sonne das ganze Jahr über - selbst wenn sich die Sonne auf dem südlichen oder nördlichen Wendekreis befindet - beobachtet werden kann. www.quitsato.org
Etwas Statistik muss auch sein!
Zwischen Polarkreis und Äquator ...
| Kilometerleistung | Europa | 1'100 |
| Nord-Amerika | 33'900 | |
| Zentral-Amerika | 14'500 | |
| Total | 49'500 | |
| Akt. Tachostand | 82'420 | |
| Diesel-Verbrauch | in Liter pro 100 Km | 10,3 |
| Ölverbrauch | in Liter | 0 |
| Dieselpreis | höchst / Kanada - Yukon | CHF 1.35/Liter |
| tiefst / Ecuador | CHF -.26/Liter | |
| Ø | CHF 1.06/Liter | |
| Defekte/Pannen | - Ölverlust / Differential-Antriebswelle, hinten | Dichtung ersetzt / Kleinreparatur |
| -Anlasser kein Strom | Relay ersetzt / Kleinreparatur | |
| - Leichter Ölverlust / Zwischengetriebe | Neu abgedichtet bei regulärem Service | |
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Reisetage 01.05.2007 - 31.05.2008 |
Kanada |
127 |
| USA | 89 | |
| Mexiko | 72 | |
| Belize | 10 | |
| Guatemala | 16 | |
| El Salvador | 4 | |
| Honduras | 2 | |
| Nicaragua | 50 | |
| Costa Rica | 17 | |
| Panama | 10 | |
| Total | 397 | |
Grüne Grenze - ganz legal!
Ecuador haben wir sozusagen durch die Hintertüre, über den wohl kleinsten Grenzübergang den wir je befahren haben, verlassen!
Nach mehrstündiger Fahrt über 200 Km schmale Schotterpiste, die keinen Hügel, kein Tal und keine Kurve ausgelassen hat, erreichten wir schlussendlich den in einem tief eingeschnittenen Tal liegende Grenzort Zumba/La Balsa. Der Ort beidseitig des Grenzflusses nicht mehr als ein paar Hütten - dazwischen die "International Bridge" - eine moderne/zweispurige Betonbrücke in der Dimension Autobahn. Das Bauwerk ein Relikt aus einem vor Jahren geschlossenen Staats-/Befriedungs-Vertrag zwischen Ecuador und Peru.
Die Ausreise aus Ecuador war äusserst einfach und speditiv, setzten sich doch die Herren "Migracion" und "Aduana" ans einzig vorhandene Pult und stempelten unsere Papiere um die Wette. Beim Zöllner, in kurzer Hose und T-Shirt, haben wir befürchtet, dass wir ihn beim nachmittäglichen Nickerchen gestört haben. Wie dem auch sei, alles hatte seine Richtigkeit und so hob sichfür uns der improvisierte Schlagbaum - ein dickes Bambusrohr gesichert durch einen Kalberstrick - für eine freie Fahrt nach Peru.
Auf der peruanischen Seite wurden wir bereits erwartet und per Händedruck von den Beamten willkommen geheissen. Die erforderlichen Papiere wurden sorgsam und handschriftlich ausgefertigt und unsere Pass- und Fahrzeugdaten in dicken Büchern unter der Register-Nummer 2008-018 registriert. Wir waren also in diesem Jahr erst das 18. Auto das diesen Grenzübergang passiert hat!

