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Für Querleser/Innen!

Nach einer völlig problemlosen Zollabfertigung setzten wir am 11. September 2007 mit der Fähre von Vancouver-Island/Victoria in die USA/Port Angeles über. Der kurze Aufenthalt im Regenwald des Olympic Nationalparks war eindrücklich – für einen gemütlichen Ruhetag eignete sich jedoch der endlos/wilde und zum gleichen Park gehörende Strand wesentlich besser.

Der Küste folgend, auf dem (auch in Velo-/Tourenfahrer-Kreisen) viel gepriesenen „Highway 101“, setzten wir unsere Reise in südlicher Richtung fort. Nur wenige Abschnitte wussten zu gefallen! Es herrschte sehr viel Lokalverkehr, die Strasse verläuft über weite Strecken ohne Sicht auf das Meer und die zu durchfahrenden Orte sind „Ferien-/Weekend-Spots“ – wie sie nur die Amerikaner mögen. Durch das Hinterland von Oregon steuerten wir unser Ziel, den Crater Lake National Park an. Der Park- eine willkommene Überraschung. Wenig südlich querten wir die Grenze zu Californien, wo wir unsere geplante „Vulkan-Tour“ mit den Besuchen im Lava Bed- und Lassen Volcanic-National Park abschlossen.
Ein untrügerisches Zeichen – an jeder Tankstelle ein Spielsalon und selbst in kleinen Ortschaften ein Casino – wir waren in Nevada angelangt. Vorbei an Reno querten wir die „Wüste“ in östlicher Richtung. Trotz vielen und endlosen Geraden eine abwechslungsreiche Route, galt es doch einige Gebirgszüge zu überwinden, was uns immer wieder tolle Ausblicke verschaffte. Kurz vor der Grenze zu Utah machten wir im Great Basin N.P. halt. Dort wo wir es sicher (noch) nicht erwartet hätten, wurden wir vom ersten Wintereinbruch überrascht. Ein starker und eisiger Wind brachte zwar nur wenig Schnee, nötigte uns aber während der Nacht, unser Dachzelt zu schliessen und die verbleibenden Ruhestunden in einer eher ungewohnten und engen Schlafposition zu verbringen. Die Wanderung auf den 3900 Meter hohen Wheeler Peak mussten wir am Folgetag unter dem Gipfel abbrechen. Der Ausblick trotzdem fantastisch und der Kontrast Wüste/Schnee gewaltig.

Bei spätsommerlichen Temperaturen, abgesehen von zwei kurzen Kälteeinbrüchen und allgemein kalten Nächten, verbrachten wir fast den ganzen Monat Oktober in den prachtvollen Nationalparks von Utah. Wandern, Biken und Off-Road-Touren durch die Canyons unser Hauptinteresse. Ein ganz besonderes Erlebnis stellte für uns eine mehrtätige Fahrt durch die tiefen Schluchten des Canyonlands N.P. dar. Unser Land Rover wurde dabei erstmals richtig gefordert. Mehr als der zweite Gang wurde nicht benötigt – im Gegenteil, oft sind wir mit den Geländegängen gefahren und verschiedene Passagen wurden nur dank der Differential-Sperre gemeistert. Nebst dem Fahrspass haben wir die ausgeprägte Ruhe, die Optik von unten, die Stimmungsbilder, die Farbenpracht, die spektakulären Übernachtungsorte … einfach nur genossen!
Im Bike-Mekka „Moab“ liessen wir uns den Spass nicht nehmen und wagten uns an den „weltberühmten“ Slick-Rock-Trail – ein 16 km langer Geschicklichkeits-Parcours über griffige/rotbraune Felskuppen. Kurze steile Aufstiege und sehr steile Abfahrten forderten Maschine und … Mensch! Ausgedehnte Tagestouren führten uns auch durch Canyons und zu überwältigenden Aussichtspunkten. Biken in Utah – eine eher leistungsorientierte Sportart auf schwierigem/steinigen Untergrund. Für uns eher eine zwiespältige Erfahrung, dass sogenannte Bike-Trails auch von Motorrädern und gross-räderigen Fahrzeugen (big foot – Jeeps) erklommen werden. Der Faktor Genuss gerät so leider etwas in den Hintergrund!
Das anhaltend schöne Spätsommerwetter veranlasste uns, weiter in östlicher Richtung, nach Colorado zu reisen.
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Höhepunkte

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Nachtlager
Wie bereits in Kanada, legen wir auch in den USA unsere Übernachtungsorte relativ spontan fest. Ganz abhängig von der Gegend und immer unter Respektierung von Privatbesitz – wie wir von Reisenden erfahren haben reagieren die Nordamerikaner bei Missachtung sehr empfindlich – stehen wir irgendwo draussen im Busch, campieren für ein paar wenige Dollars auf einem der unzähligen „Primitiv-Campgrounds“ (einfache Plätze mit Selbstregistrierung, Wasser, Feuerstelle und Plumps-Klo) oder stehen auf den Campingplätzen der von uns gezielt angefahrenen National- und State-Parks. Auf längeren Fahretappen ist es auch schon vorgekommen, dass wir für eine Übernachtung nicht mehr so wählerisch sein konnten! So stand unser kleines „Yak“ auch schon auf sogenannten „RV-Parks“ (zwischen Ungetümen von Wohnmobilen) wie es sie wohl nur in Nordamerika gibt oder an einer verkehrsreichen/lauten Durchgangsstrasse. In solchen Fällen hilft dann nur – Ohrenstöpsel rein, Augen zu – und nach dem Morgenkaffee … nichts wie weiter!

B.L.M.
Diese drei Buchstaben stehen in den USA für „Bureau of Land Management“, welches den im ganzen Land ausgeschiedenen „National Forest“ bewirtschaftet. Mit dem Slogan „Land for many uses – it’s your Land“ kommt zum Ausdruck, dass die riesigen Flächen eigentlichem jedem Bürger gehören und in begrenztem Rahmen genutzt werden dürfen. Gleichzeitig wird damit aber auch eine gewisse Selbstverantwortung zur Erhaltung der Natur an den Nutzer delegiert.
So ist im „National Forest“ wildes Campieren, Fischen, Raften, Wandern und viele Off-road-Aktivitäten (Motorräder, 4x4 Autos) sehr gut möglich. Dort wo sich die Aktivitäten konzentrieren, wurden einfache Campingplätze, Toiletten, Wasserstellen, Wanderwege, Naturlehrpfade usw. erstellt – die Nutzung auch für uns oft gratis!

Bordküche
Seit Reisebeginn „bekocht“ Esti uns vorzüglich und sorgt für stetige Abwechslung im Menueplan. Versorgungsprobleme gibt es in Kanada/USA wirklich keine. Vieles ist überall und in sehr guter Qualität erhältlich. Da wir einen kleinen Kühlschrank an Bord haben müssen wir bei den regelmässigen Grosseinkäufen auch nicht auf Frischprodukte verzichten. Bei längeren Abstechern in den Busch kommen so erst nach deren Verzehr Trockengemüse oder Konserven auf den Tisch. Meist ist das Menue auch abhängig vom jeweiligen Übernachtungsort und den äusseren Bedingungen. Wann immer möglich versuchen wir draussen zu kochen/essen und auch oft am Feuer zu bräteln (von Fisch über Fleisch/Wurst bis Schinken-Toast). Wenn der Wind zu heftig blies, Regen fiel oder die Temperatur sich unter die Nullgradgrenze bewegte –so verlegten wir das Abendessen in unsere enge Kabine. Eine heisse Suppe, Brot und Käse schmeckten in diesen Situationen doppelt so gut!

Nur gegen Ausweis
Dass in den USA der Verkauf von Alkohol an Jugendliche nur gegen Ausweis möglich ist, war uns bekannt. In einem "Liquor-Store" galt sogar die Alterslimite von 40 Jahren. Nachdem Esti an der Kasse nach der ID-Karte gefragt wurde - verliess sie den Laden im hohlen Kreuz und sichtlichem Spass!

Winter-Camping ...
wird von uns eigentlich nicht bevorzugt. Auf dem Colorado-Plateau (ca. 1500 – 3000 M.ü.M.) sind wir jedoch, trotz angenehmen Spätsommer-Tagestemperaturen, von massiven Kälteeinbrüchen überrascht worden. Unglaublich wie schnell die Temperaturen abfallen können, bereits ein leichtes Gewitter kann sich in einen Schneesturm wandeln!

Kalt ist…
wenn der Waschlappen nach dem morgendlichen Abwasch – kaum hat man ihn aus der Hand gelegt – pickelhart gefroren ist!

Druckstellen ...
von den Wanderschuhen – dies die erste Diagnose der rötlichen Stellen an Peti’s Zehen. Nach erfolgloser Behandlung die Einsicht, dass es sich doch um Frostbeulen handelt. Eis beschlagene Dachbalken/Dachfenster über unserem Dachzelt forderten ihren Tribut. Unser Land-Rover für Peti zu kurz oder Peti zu lang? Wie dem auch sei - es wird Zeit, bald in südlichere Gefilde zu fahren!

Gesond ond fit
Abgesehen von ein paar kleineren Blessuren beim Hantieren im Haushalt und/oder am Fahrzeug sind wir bis heute glücklicherweise seht gut unterwegs. Gesunde Ernährung bei eigener Bordküche ist in Nordamerika kein Problem. Mit den Aktivitäten Wandern und Biken halten wir uns fit. Stimmt der Campingort liegt auch mal ein Frühturnen oder Joggen drin und auf den Fahretappen nutzen wir Pausen für kleinere Spaziergänge oder Stretching.
Für die Körperpflege haben wir stets genügend Wasserreserven an Bord. Bei längerer „Dusch-Abstinenz“ hat oft auch ein Fluss oder See für Erquickung gesorgt. Die Haare jedoch mit eiskaltem Wasser zu waschen bis die Kopfhaut schmerzt und mit Krampfanzeichen in den Waden im Bach zu stehen … ja liebe Leute, bei diesen Gelegenheiten erinnerten wir uns stets an lieb gemeinte e-mails mit der treffenden Aussage – „ihr seid wirklich zu beneiden“!