Für Querleser/Innen!
Kurz nach Weihnachten setzten wir mit der Fähre von La Paz ans mexikanische Festland über. Unser Ziel, die Kolonial- und Silberstädte im weiten/nahen Umfeld von Mexico-Stadt. Die Fahrt über die Berge der Sierra Madre war eindrücklich, steil und sehr kurvenreich.
Innert weniger Kilometer ging es von Meereshöhe auf rund 3000 M.ü.M. und wieder runter auf das zwischen ca. 1800 - 2200 M.ü.M. gelegene Hochplateau. Die besuchten Kleinstädte mit ihren historischen Gebäuden, grosszügigen Plätzen und Restaurants unter schatten spendenden Bäumen luden zum Verweilen. Beeindruckend das grosse Angebot an Museen und wie gut die Bausubstanzen aus der Zeit von ca. 15. - 16. Jahrhundert erhalten/renoviert wurden. Negativ fällt auf, dass alle Städte unter einem permanenten Verkehrschaos leiden. In der Minen-Stadt Guanajuato sind wir gleich ein paar Tage "hängen" geblieben (siehe auch "weiter im Text!").
Verschlungene Wege führten uns um die grossen Ballungszentren herum und hoch in die Berge, wo Millionen von Monarch-Schmetterlingen auf engstem Raum überwintern (siehe auch "weiter im Text!"). Die Nebel- und Smog-Decke über Mexiko-Stadt hat uns den Blick zum Vulkan Popocatepetl verwehrt. Mit dem "Landi" haben wir den benachbarten Vulkan Nevada de Toluca "bestiegen". Die holprige Piste endete auf rund 4'100 M.ü.M. Eine leichte Wanderung brachte uns ganz schön ausser Atem, der erhoffte Blick zum "Popo" blieb uns jedoch auch hier vorenthalten und die eisig-kalte Nacht beschleunigte den Entschluss unsere Fahrt in tiefere/südlichere Gegenden fortzusetzen.
Nach einigen Wirren im Jahr 2006 ist die Stadt Oaxaca von Touristen wieder gut frequentiert. Der Besuch des Stadtzentrums mit all seinen historischen Gebäuden, Museen und ein Ausflug zu den Ruinen von Monte Alban ist lohnenswert. Nicht weniger spektakulär als die Fahrt hinauf auf das Hochplateau war die Fahrt hinunter an die Pazifikküste. Für die rund 200 km benötigten wir fast den ganzen Tag, zu viele Topes, Steigungen, enge Dörfer, tolle Ausblicke, Kurven und steiles Gefälle verhinderten eine flottere Fahrt. In der Gegend von Port Angel gönnten wir uns ein paar erholsame Strandtage. Wir parkten unseren Landi hinter einem Standbeizli und durften Bad und Dusche mit benutzen. Die Familie bekochte uns vorzüglich - Meeresfrüchte unsere Leibspeise.
Durch die mexikanische (Problem-) Region Chiapas fuhren wir weiter in Richtung Yukatan. Die Stadt San Cristobal de las Casas und die Fahrt durch das Hügelland waren weitere Höhepunkte unseres Mexikoaufenthalts. Obwohl in der Reiseliteratur von einigen Strecken abgeraten wird, sahen wir es positiv. Die grosse Zahl von Touristen die diese Region organisiert bereisen und die Militärpräsenz auf den Strassen vermittelte uns das Gefühl von Sicherheit!
Mit den Ruinen von Palenque starteten wir unsere "Tour de Maya" die uns nach Uxmal, Chichen-Itzà, Ek Balam und Tulum führte. Die Tourismus-Region um Cancun haben wir links liegen lassen und statt dessen eine kleinere Kolonie, eine Flamingo-Kolonie mit geschätzten 20'000 Tieren, besucht! Flamingos aus nächster Nähe im abendlichen Sonnenlicht - ein Überfluss an Farbenpracht wie man es selten erlebt.
An der karibischen Küste angelangt, setzten wir unsere Fahrt nach Belize fort. Der Grenzübertritt war einfach und unbürokratisch, die Beamten äusserst "relaxt". Was haben wir Schweizer wohl verbrochen, dass wir als einzige europäische Nation ein teures Visa benötigen? Auf dem fast verkehrsfreien Highway, der eher eine Nebenstrasse ist, fuhren wir durch endlose Zuckerrohrfelder in Richtung Küste.
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Für "FährtensucherInnen"
Grenze USA/MEX - La Paz (Baja California) - Los Mochis (Festland) - Durango - Zacatecas - S.M. de Allende - Guanajuato - Patzcuaro - Morelia - Valle de Bravo - Toluca - Cuernavaca - Tepotzlan - Oaxaca - Puerto Angel - San Cristobal de las Casas - Palenque - Uxmal - Celestune - Chichen Itzà - Ek Balam - Tulum - Laguna Bacalar - Chetumal - Grenze MEX/Belize
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Höhepunkte
- Die Kolonial- und Silberstädte im "nahen" Umfeld von Mexico City (spez. die Kleinstadt Guanajuato und das Dorf Patzcuaro)
- Monarch-Schmetterlinge in den Bergen von Morelia
- Die Sehenswürdigkeiten in der Stadt Oaxaca
- Die Stadt und Umgebung von San Cristobal de las Casas (Chiapas)
- Die Maya-Ruinen Palenque, Uxmal, Chichen Itzà, Ek Balam
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Mehr Infos? Weiter im Text!
Kolonialer Charme!
In der Minen-Stadt Guanajuato sind wir gleich ein paar Tage hängen geblieben. Noch heute wird in den alten Schächten nach Silber gegraben. Die Stadt mit viel kolonialem Charme ist wirklich ein Unikum! Eingebettet in ein enges und verzweigtes Tal, die neuen Häuser mit ihren farbigen Fassaden weit die steilen Hänge hochgezogen und im Talboden eine lebhafte Altstadt mit engen Gassen, einem "Zocalo" (Hauptplatz) und vielen kleinen Plätzen die zum Verweilen laden.
Einzigartig das Tunnelsystem - stillgelegte Stollen und ein trocken gelegter Fluss wurden für den Durchgangsverkehr und als Fussgängerpassagen genutzt. Ein grosser Teil der Innenstadt ist so unterirdisch zugänglich, das Ganze ein eigentliches Labyrinth! Unser Landi stand ideal, mitten im Wohnquartier auf einer Privat-Terrasse und mit einzigartiger Aussicht und musikalischer Dauerbeschallung (typisch für Mexiko!) aus den umliegenden Häusern. Wir genossen dieses spezielle Ambiente bei guter lokaler Küche und abendlichen Auftritten von zahlreichen Mariachi-Gruppen.
Winterquartier
Verschlungene Wege führten uns um die grossen Ballungszentren herum und hoch in die Berge bei Morelia, wo Millionen von Monarch-Schmetterlinge, nach ihrer Migration aus Süd-Kanada und dem Osten der USA, auf engstem Raum überwintern. Das sich jährlich in der Zeit von Januar bis März wiederholende Schauspiel war den Abstecher mehr als wert!
Um in diesen kalten Höhenlagen überleben zu können, scharen sich die Schmetterlinge in der Nacht auf engstem Raum zusammen - in ganzen Büscheln hängen sie von den Ästen. Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen lösen sich diese Ansammlungen langsam auf und ein riesiger Schwarm fliegt ab!
Sicherheit
In den rund zweieinhalb Monaten in Mexiko haben wir uns nie unsicher gefühlt. Natürlich haben wir unsere bisherigen "Gewohnheiten" angepasst. So übernachten wir wo immer es geht auf den im Land spärlich verteilten Campingplätzen. Ein entsprechender Campingführer hat uns da sehr geholfen und für die Besichtigung der von uns angefahrenen Städte ideale Standplätze ermöglicht. Unterwegs standen wir auch auf grossen Tankstellen/Trucker-Stops die stets 24 Stunden bewacht sind oder bei geplanten Besichtigungen gleich beim Haupteingang, wo stets ein Nachtwächter anwesend ist. Freies Campieren haben wir nur noch in Ausnahmefällen und zusammen mit anderen Reisenden praktiziert. Mögliche Standplätze sind auch Restaurants oder Motels, mit denen man zu einem Spezialpreis die Benutzung des Bades/Dusche vereinbaren kann. Wichtig wie überall ist, um eine Erlaubnis zu fragen - man wird selten abgewiesen.
Mexikos-Strassen ...
... sind ganz allgemein gut ausgebaut und in recht gutem Zustand. Kleine Überlandstrassen können jedoch unverhofft in arge Löcherpisten übergehen.
... sind mit unzähligen „Topes“ versehen, Strassen-Schwellen in verschiedensten Variationen und Höhe, um die Geschwindigkeit in den Dörfern und vor gefährlichen Kurven zu reduzieren. Diese „nervtötenden“ Dinger sind nicht nur mühsam, da oft angehalten und mit grosser Vorsicht darüber gefahren werden muss, sondern auch gefährlich, da sie oft nicht markiert oder in Schattenpartien ganz einfach nicht sichtbar sind. Schätzungen gehen zudem davon aus, dass ohne Topes landesweit bis ca. 25% Benzin eingespart werden könnte! Wen wundert’s, auf einer Tagesetappe haben wir die Hindernisse mal gezählt – bei 100 haben wir es aufgegeben !
... sind oft stark befahren, mit viel Lastwagenverkehr ausgelastet und führen mitten durch jedes noch so kleinste Dorf. Parallel dazu gibt es jedoch auch oft eine kostenpflichtige Autobahn. Diese perfekt gebauten Autobahnen sind für die Bevölkerung jedoch so teuer, dass sie sich dies nicht leisten mag/kann – der Verkehr quält sich somit weiter durch die engen Dörfer und Städte. Dieser Umstand ist für unsere Begriffe eine eher zweifelhafte Politik und dem Wildwuchs von „Topes“ (siehe oben) leider nur förderlich.
... sind gut überwacht, beinahe täglich gilt es Polizei- und Militärkontrollen zu passieren.
... sind gut versorgt, fast in jedem Dorf ist eine staatliche Pemex-Tankstelle vorhanden. Der Dieselpreis liegt bei 57 Rp./Liter und ist im ganzen Land gleich hoch.
... sind leider mit Gedenkkreuzen von Verkehrsopfern geradezu flankiert. Obwohl wir den Verkehr und das Fahrverhalten als nicht besonders gefährlich einstufen sind Opfer in grosser Anzahl zu beklagen. Wie wir hören, oft das Resultat von nächtlichen Fahrten mit überhöhter Geschwindigkeit, mangelhafter Beleuchtung oder Trunkenheit. Wir halten uns weiterhin konsequent an die Regel: Keine Fahrten bei Nacht!




